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Die beiden HfG-Studenten und Mitglieder des Vereins “die Anstoß” Oliver Boualam und Lukas Marstaller eröffnen ihren eigenen Kiosk. Darin soll es allerdings keine Kippen, Schmuddelhefte und Jägermeister geben, sondern selbstproduzierte Designprodukte und vor allem Kultur, Kunst und Konfetti. Heute Abend wird das Ding eröffnet.

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In Karlsruhes Off-Szene rumort es in den letzten Jahren immer mehr. Junge Menschen versuchen der Beamten-Stadt ihren Stempel aufzudrücken, auch wenn es nicht immer leicht ist. In Zeiten, in denen Etablissements wie die “Halle 14” und sogar der “Jazzclub” kein Dach über dem Kopf finden, bemüht sich “die Anstoß” e. V. um mehr kreative Freiräume. Deswegen planen die HfG-Studenten und Mitglieder des Vereins Oliver Boualam und Lukas Marstaller ihren eigenen Kiosk zu eröffnen. Darin soll es allerdings keine Kippen, Schmuddelhefte und Jägermeister geben, sondern selbstproduzierte Designprodukte und vor allem Kultur, Kunst und Konfetti. Heute Abend wird das Ding eröffnet, genaue Infos findet ihr unter dem Artikel.

Kisokstreichen

Doch fangen wir von vorne an: Oli und Lukas sind seit Längerem auf der Suche nach einer passenden Räumlichkeit, um ihr Ding durchzuziehen. Konzerte, Ausstellungen, Lesung schweben ihnen vor. Bei einer nächtlichen Tingelei entsteht die Idee, einen Kiosk zu mieten. “Die stehen in Karlsruhe fast immer leer und werden nach einer gewissen Zeit einfach abgerissen”, so Oli. Nach kurzer Erkundungstour haben sich die beiden in den Kiosk am “Goldenen Krug” verliebt, kurz mit der KVV gesprochen, gebongt! “Naja, so schnell sollte es dann doch nicht gehen”, erzählt Lukas. Als sie sich ihr neues Baby ansehen wollen, bemerken die beiden darin regen Betrieb. Aus lauter Verzweiflung betreten sie das Lokal, trinken Bier und setzen sich an den Spielo. Das Glück scheint sich wieder auf ihre Seite geschlagen zu haben: Sie gewinnen eine Runde nach der anderen und beschließen zwei Lokalrunden Schnaps zu spendieren. Aufgrund ihrer edlen Spende kommen sie mit dem Besitzer ins Gespräch, der ihnen erzählt, er hätte zuvor 15 Jahre lang einen Kiosk am Rheinhafen betrieben, der nun leer stehe. Check! Nochmals telefonieren die beiden mit dem KVV, der zeigt sich begeistert und locker. “Das Witzige ist, dass es diese Kioske an den Endstationen nur gibt, damit die Bahnführer aufs Klo gehen können”, erzählt Lukas.

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Ein leerstehender Bahnkiosk, eine urbane Insel am westlichen Ende der Linie 5, zwischen Rotlicht und Industriecharme, soll also ein Experimentierfeld für Künstler und Gestalter bieten. Die beiden machen sich an die Umbauarbeiten, doch schnell verflüchtigt sich das Glück, wie so oft im Leben, denn der Innenraum des Gebäudes erweist sich als nicht renovierbar. Aber auch das kann sie nicht mehr abhalten, sie überlegen sich ein neues Konzept: Innen wird außen. “Der Kiosk wird zum schwarzen Monolith umgestaltet, Schaukeln bieten Aufenthaltsmöglichkeiten, das Dach wird zu einer Bühne”, erzählen die beiden aufgeregt.

Heute soll es losgehen, um 21 Uhr. Mit DJ Softie (Brokat, Berlin), Jørgen Tomason (ARL, Kopenhagen) und Nogrelli von Lenthe (Sushila Malloy, Karlsruhe). Das Schöne ist, ihr müsst einfach nur an die Endstation fahren, könnt da ein paar Bier trinken, euch unterhalten und tanzen, im Anschluss müsst ihr euch nur wieder in die Bahn fallen lassen. Haltestelle Rheinhafen mit der Bhanlinie 5.

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