Dark Light
Folk´n´Blues aus Karlsruhe entsteht, wenn fünf junge Musiker das Standardrepertoire an Musikinstrumenten durch Mandoline, Lapsteel, Ukulele und Mundharmonika erweitern und ihren ganz eigenen Stil entwickeln. ‘Sea Time’ nennen sich Till, Florian, Philipp, Christoph und Anne. Pünktlich zum Release ihrer ersten CD spielen sie diesen Samstag ab 14.00 Uhr auf der Feldbühne bei ‘Das Fest’. Wir haben sie zum Interview getroffen und nachgefragt, wie die Arbeit im Studio war, was der Auftritt auf einer so großen Bühne für sie bedeutet, was sie an Karlsruhe schätzen – und warum sie schon sockig auf der Bühne standen.

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Folk´n´Blues aus Karlsruhe entsteht, wenn fünf junge Musiker das Standardrepertoire an Musikinstrumenten durch Mandoline, Lapsteel, Ukulele und Mundharmonika erweitern und ihren ganz eigenen Stil entwickeln. ‘Sea Time’ nennen sich Till, Florian, Philipp, Christoph und Anne. Pünktlich zum Release ihrer ersten CD spielen sie diesen Samstag ab 14.00 Uhr auf der Feldbühne bei ‘Das Fest’. Wir haben sie zum Interview getroffen und nachgefragt, wie die Arbeit im Studio war, was der Auftritt auf einer so großen Bühne für sie bedeutet, was sie an Karlsruhe schätzen – und warum sie schon sockig auf der Bühne standen.

Hallo Sea Time, schön, dass ihr Zeit habt! Zuallererst: Wer seid ihr und was macht ihr?
Till: Wir sind Sea Time und wir machen Folk´n´Blues – oder eigentlich kann man unser Genre nicht klar deklarieren. Unsere Musik speist sich aus vielen Einflüssen. Wir sind Leute, die aus allen möglichen Musikrichtungen kommen, die sich aber im Folk, im Blues und im Southern Rock einig geworden sind. In letzter Zeit wirds ein bisschen rockiger. Ja und Folk´n´Blues ist eben unser Label, unter dem wir uns momentan verkaufen.

Euer Bandname – Sea Time – wo kommt der her?
Florian: Der Name kommt von mir und einem Freund, der jetzt nicht mehr in der Band ist. Wir haben anfangs nur zu zweit Musik gemacht und weil wir das Meer so lieben und die Musik so lieben, hatten wir uns überlegt, einen Song über die Sehnsucht zum Meer zu machen. Timo hat darauf den Song “Sea Time” geschrieben, der uns beiden sehr gefallen hat. Und irgendwie fanden wir den Namen dann so gut, dass wir ihn auch als Bandnamen übernommen haben. Und deshalb gibt es jetzt ein Lied, das “Sea Time” heißt und unsere Band heißt auch so!

Auf eurer Homepage gibt es das Statement, dass ihr vielleicht die einzige Band seid, die in Socken auf der Bühne steht – was hat es damit auf sich?
Christoph: Wir spielen regelmäßig in Scruffy´s Irish Pub und da haben wir irgendwann mal angefangen, unsere Schuhe auszuziehen, weil wir dort immer so ein Wohnzimmerflair hatten.
Anne: Und wir auch im Proberaum immer sockig sind.
Christoph: Genau. Und irgendwann haben wir das dann auch im Tollhaus und im Substage auf der Bühne so gemacht, also ohne Schuhe gespielt und sie demonstrativ vorne hingestellt. Dann kamen auch wirklich Leute aus dem Publikum, die ihre Schuhe noch dazu gestellt haben, das war echt cool.
Anne: Ja, das wurde dann unbeabsichtigt auch irgendwie so ein bisschen unser Markenzeichen, dass wir sockig spielen.

Ihr spielt eine Fülle an Instrumenten, schreibt und komponiert eure Songs selbst – wie sind die Aufgaben bei euch in der Band verteilt? Wer macht was?
Florian: Das ist eigentlich ziemlich unterschiedlich. Oft ist es so, dass Jemand ein gutes Riff hat, oder einen Text, oder sogar schon eine Idee für ein ganzes Lied. Dann setzt man sich hin und spielt das vor und jeder klinkt sich irgendwie ein. Dann sucht man eben zusammen aus, was passt und was man noch umschreiben könnte – dann entwickelt sich das Ganze und läuft irgendwann. So entstehen die meisten unserer Lieder.
Till: In letzter Zeit profitieren wir aber auch aus dem schon vorhandenen Song-Katalog und probieren uns daran weiter aus, entdecken Songs neu und entwickeln sie weiter. Gerade vorgestern hatten wir die Premiere eines Songs, der eigentlich schon lange im Repertoire ist, den wir jetzt aber nochmal komplett neu aufgezogen haben. Er hat jetzt eine ganz andere Songstruktur.
Christoph: Kurz gesagt ist es eigentlich immer ein gemeinsames Jammen, bis jeder damit zufrieden ist!

Das ist bei fünf Leuten bestimmt auch nicht immer so ganz einfach, sich da stilistisch einig zu werden, oder?
Philipp: Es soll ja auch nicht einfach sein. Aber dadurch, dass wir inzwischen ein echt gut eingespieltes Team sind, ergänzen sich unsere Ideen oft sofort sehr gut.
Anne: Das stimmt. Dennoch muss man auf jeden Fall Kompromisse eingehen. Aber dafür probiert man wiederum auch Sachen aus, die man sonst vielleicht nicht machen würde, die dann aber wunderbar passen.
Florian: Genau. Gerade Philipp und Christoph wollen immer ein bisschen mehr machen, wir schrauben das dann wieder etwas runter – und dadurch entsteht dann aber auch ein guter Mix.

Was für euch natürlich sehr wichtig ist: Das Release eurer ersten CD steht kurz bevor, wie fühlt ihr euch?
Philipp: Aufgeregt, wie´s ankommt! Wenn jetzt die Frage kommt, was wir für Musik machen, hat man endlich was, wo man sagen kann: da, hör´s dir an! Deswegen haben wir auch versucht, eine gute Auswahl an Liedern zu treffen. Es sind so ziemlich alle Instrumente mit drin, außer das Banjo und auch unsere unterschiedlichen Stilrichtungen sind in den sechs Liedern auf der CD enthalten.
Anne: Ja, wir freuen uns total und sind auch überzeugt davon und stolz darauf. Wir haben alles selbst entworfen und zusammengeklebt. Es ist pure Handarbeit.
Till: Es war auf jeden Fall dann auch ein tolles Gefühl, einen Karton voll CD´s vor sich zu haben und zu wissen, das haben wir produziert und dass es von Grund auf von uns kommt.
Florian: Es war ein langer Weg zur CD und da freut man sich natürlich umso mehr, wenn man sie dann in den Händen hält.

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Wie lange hat es gedauert das Album einzuspielen?
Till: Das Einspielen ging schnell, das war in drei Tagen gemacht.
Christoph: Genau, wir hatten drei Tage im Studio von Andreas Schorpp, das hat alles wunderbar gekappt. Bis die CD dann zum Druck geschickt und komplett fertig gestellt wurde, hat es dann aber doch drei bis vier Monate gedauert.

Wie war die Arbeit im Studio für euch – die ja doch ganz anders ist als das Spielen von Live-Auftritten?
Florian: Es war auf jeden Fall eine neue Erfahrung für jeden. Gerade auch, was das saubere Spielen und penibel sein angeht, wurden wir ins kalte Wasser geschmissen. Wir haben ordentlich daran gearbeitet und es hat auch Spaß gemacht. Es war einfach auch eine super Atmosphäre und von daher ging es leichter, als wir gedacht hatten.
Christoph: Wir kannten den Andi, unseren Produzenten auch schon vorher, weil er uns im Substage schon abgemischt hat. Da kannte er natürlich auch schon unsere Macken. Und es war natürlich auch ein Geduldsakt, alles so lange wiederholen zu müssen, bis alle von uns ihren Part gut eingespielt hatten.
Philipp: Es bringt einem auch für die Zukunft viel. Man lernt ganz anders an seine eigenen Lieder heranzugehen. Wir haben dann auch während des Aufnehmens noch an den Songs gearbeitet, wenn wir gemerkt haben, dass es an der einen Stelle vielleicht zu viel und an der anderen dafür zu wenig war. Diese Stimmigkeit beachten wir jetzt auch viel mehr, da wir uns jetzt ja quasi von außen gehört haben.
Florian: Das stimmt. Die Arbeit im Studio hat uns auf jeden Fall gebracht, unsere Lieder von der Struktur und Dynamik her nochmals zu perfektionieren.

Die Lieder wird es dann natürlich auch am Samstag bei eurem Auftritt bei Das Fest zu hören geben – das ist für euch ja sicherlich eine große Chance. Freut ihr euch?
Christoph: Na klar! Es passt eigentlich auch perfekt zu uns, also von der Atmosphäre auf der Feldbühne her. Vor allem wenn dann noch gutes Wetter wird. Auch der Mittagsslot ist super, wir müssen nicht im Dunkeln spielen wegen einer tollen Lichtshow oder Ähnlichem. Die Mittagsatmosphäre und die Bühne direkt am See passen gut zu unserer Musik.
Till: Das Fest kennen wir eben alle auch schon seit unserer Kindheit, da wir alle aus Karlsruhe kommen. Da haben schon Bands gespielt, zu denen man echt aufgeblickt hat. Dort dann spielen zu können ist nicht nur echt toll, sondern auch ein bisschen wie nach Hause kommen.
Christoph: Wir sind eben auch keine Band, die auf einer riesigen Bühne stehen muss. Wir mögen es urig mit familiärer Atmosphäre.

Mit welchem Künstler würdet ihr gerne mal auf der Bühne stehen?
Florian: John Butler Trio.
Till: Mark Knopfler.
Philipp: Red Hot Chili Peppers.
Anne: Bei mir würde das in eine ganz andere Richtung gehen – Ellie Goulding.
Christoph: Da hat jeder andere Präferenzen. Aber ich finde es gibt auch viele Sachen, wo es schön passen würde. Man kann in die Pop-Richtung gehen, aber auch in die bluesige Richtung. Wo wir uns, glaube ich, einig sind, wären Bands wie Current Swell oder Jack White, der ja auch voll in die Blues-Richtung geht.

Ihr kommt aus Karlsruhe, was gefällt euch hier besonders? Wo ist euer Lieblingsort?
Till: Ich bin großer Fan vom Gelände um den Campus und Schlossgarten. Das ist jetzt wahrscheinlich so eine Standardantwort in Karlsruhe, aber mir gefällt die offene Fläche und dass man viele Leute treffen und kennenlernen kann.
Christoph: Ich finde, Karlsruhe hat sich sehr gemacht in den letzten Jahren. In Punkto Kultur ist richtig viel passiert hier. Man findet überall schöne Cafés, Ateliers und auch Möglichkeiten Musik zu machen. Es gibt viele Musiker, die Community hier ist riesig, wenn es um den kulturellen und künstlerischen Aspekt geht. Das macht echt Spaß – nur die Proberäume sind etwas knapp!
Philipp: Ich finde auch das Netzwerk toll, das entsteht, wenn man sich ein wenig umschaut und mit Leuten redet. Und wenn die viel beschimpften Baustellen mal weg sind, hat man auch richtig viel Platz in der Fußgängerzone und kann dann dort auch viel mehr machen – auch was Veranstaltungen angeht.
Anne: Ich muss sagen, ich bin ein großer Fan von allem Außenrum, nicht nur von der Innenstadt. Ich habe lange in Durlach gewohnt, deswegen ist der Turmberg für mich ein zentraler Ort, den ich sehr gerne mag. Auch die Baggerseen und die Natur in der unmittelbaren Umgebung zur Stadt sind super. Man kann einfach in und um die Stadt sehr viel erleben.
Florian: Was ich noch zur Musikszene sagen muss, Karlsruhe bietet sich wirklich als tolles Sprungbrett für junge Künstler an. Was hier für junge Nachwuchsbands getan wird, ist wirklich bemerkenswert. Gerade auch über das Popnetz.

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Musikmachen – Plan A oder Plan B?
Florian: Sowas von A!
Till: Definitiv. Gerade im Moment auch mehr denn je.
Anne: Auf jeden Fall. Man muss natürlich schauen, dass man sich trotzdem ein zweites Standbein aufbaut, falls es mit dem Musikmachen nicht klappt – aber auch das ist bei den meisten von uns mit Musik verknüpft.
Christoph: Musikmachen füllt gerade definitiv die meiste Zeit aus und so soll es auch gerne bleiben!

Was kann man in Zukunft von euch erwarten? Was sind eure Pläne für die nächsten Monate?
Philipp: Aus Karlsruhe auch mal rauskommen und überregionaler Fuß fassen. Vielleicht auch mal im Radio gespielt werden – da gibt es ja regional wiederum viele Radiosender, die Newcomer unterstützen.
Florian: Neue Lieder schreiben, dann wieder aufnehmen. Also dran bleiben!
Christoph: Genau. Wir wollen uns jetzt nicht drauf ausruhen, dass wir auf Das Fest spielen dürfen und dass wir eine CD haben, sondern wir wollen das, was wir dabei lernen, nutzen, um vielleicht noch was größeres hinzubekommen. Aber egal, was mit uns passiert und wie erfolgreich wir werden: Wir spielen natürlich immer in Scruffy´s Irish Pub!

Wir wünschen Sea Time einen grandiosen Auftritt auf der Feldbühne und alles Gute für die Zukunft! Schaut euch ihre Show diesen Samstag um 14.00 Uhr bei Das Fest unbedingt an – dort wird es auch die CD geben, die wir schon fleißig anhören. Falls ihr am Wochenende ausgeflogen seid: Jeden letzten Sonntag im Monat könnt ihr Sea Time im Scruffy´s Irish Pub in Karlsruhe live auf der Bühne sehen.

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