Dark Light
Wir haben uns mit dem Karlsruher Plattenladenbesitzer Mo unterhalten über Punkrock, seine erste Platten und seinen neuen Store in der Oststadt.

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Seit einigen Jahren erlebt die Vinylplatte – und damit lehnen wir uns nicht zu weit aus dem Fenster – ein Revival. Dieses Phänomen geht auch nicht an Karlsruhe vorbei. In der Rudolfstraße der Karlsruher Oststadt hat am 28. November ein neuer Plattenladen eröffnet. Wir haben uns das nicht entgehen lassen.

Moritz steht mitten im Leben. Er geht auf die Dreißig zu, hat eine Familie mit Kindern und einen soliden Job bei den Stadtmobilen. Eine große Rolle in seinem Leben nimmt aber auch die Musik ein. In Karlsbad, seiner Heimat, hat er in Teenagerjahren Konzerte und Festivals wie das „Rock am Stock“ mitorganisiert. Im Familienhaus hat er die Liebe zum Schallplattenregal seines Vaters gefunden. Darunter waren Platten von den Beatles, Deep Purple, Black Sabbath, Kraftwerk und von zig anderen. Seine erste eigene Platte war eine Single-Collection von der Berliner Punkband The Shocks.

Schon als Kind dem Vinyl verfallen

„Vinyl ist mit einem Ritual verbunden. Zuerst erblickt man ein großes Cover, das meist aufwendig gestaltet wurde und das ja auch schon ein Kunstwerk für sich ist. Außerdem ist es größer als das 12x12cm CD-Booklet. Dann nimmt man die Platte heraus, und geht ganz vorsichtig damit um, legt sie auf den Drehteller und setzt die Nadel auf. Dann kommt das Knistern, das ist fast magisch. Ich würde auch behaupten, dass die Vinylplatte ein Dokument für die Ewigkeit ist. Wenn man gut auf seine Scheiben aufpasst, kann man heute noch eine Elvis Presley-LP aus den Fünfzigern hören.“

Auch nach der Schulzeit hat Moritz weiterhin Veranstaltungen organisiert. Er war auch beim Projekt in der Halle14 mit am Start. Eine Halle am nördlichen Kanalarm des Karlsruher Hafens, in der bis vor Kurzem noch regelmäßig Konzerte stattgefunden haben. Irgendwann hat Moritz angefangen ein eigenes Label für Rockmusiker zu betreiben: Backbait Records. Da er zum Teil die Aufgabe des Bookings und des Plattenvertriebs übernommen hat, sind immer wieder Freunde und Bekannte zu ihm zu Besuch gekommen, um seine Plattenkartons zu Hause zu durchstöbern. Da lag es nahe einen Raum zu finden, in dem er die Musik adäquat präsentieren kann. In dieser Zeit entstand die Idee einen eigenen Laden zu betreiben, in dem Menschen vorbeischauen, über Musik quatschen und eine Tasse Kaffee trinken können.

In Karlsruhe gibt es ein überschaubares Angebot an Plattenläden. Das Studio Eins in der Karlstraße, der Discover Record Store in der Kreuzstraße und Tom’s Oldie Schallplatten. Darunter mischt sich jetzt auch Mo.

Mo's

Immer offen für Neues

In Mo’s Plattenladen gibt es zum Großteil Neuware, aber auch Gebrauchtware von Flohmärkten und Vieles aus Sammlungsaufkäufen. Im Sortiment befinden sich hauptsächlich Platten. CDs und Kassetten gibt es aber auch. Da Moritz von der Rock-Schiene kommt, bestimmt der Musikgeschmack auch seine Auswahl: „Ich interessiere mich immer für gute Platten – egal aus welchem Genre. Aber bei Techno und House kenne ich mich zu wenig aus. Ich wäre kein guter Verkäufer, würde ich das anbieten.” Daher hat er so ziemlich alles im Angebot, was irgendwie mit Gitarren, Schlagzeug und Gesang/Geschrei verbunden ist. Und das macht den Laden in Karlsruhe einzigartig. Ob Indie, Punk, Hardcore oder Metal, davon gibt es in seinem Laden Material in Hülle und Fülle. Außerdem gibt es eine kleine, aber bemerkenswerte Sammlung an alten Platten ab den 50ern, darunter Johnny Cash, Frank Zappa und Bob Dylan. Es gibt auch Fächer mit Jazz, Blues, kurioser Musik und seltenen Must-Haves. Mo ist immer offen für Neues. Da er in seiner Jugend viel Deutschrap gehört hat, will er auch ein solides Hip-Hop-Sortiment aufstellen. Zudem spielt er mit dem Gedanken ein Regal mit Platten von lokalen Musikern zu füllen.

Hinter dem Ladenbaum in der Rudolfstraße baut Mo momentan noch eine Wohnung aus. Sie soll Bookern dazu dienen, ihre Künstler gut unterzubringen. Er hat die Erfahrung gemacht, dass Karlsruher Veranstalter Schwierigkeiten dabei haben, ihre Bands gut unterzubringen. Dafür arbeitet Mo nebenher noch an einer voll ausgestatteten Küche, einem Schlafzimmer mit mehreren Betten und einer Dusche.

Tresen von oben

Was den Scheibenstore von Moritz noch besonders macht, ist seine Idee, Instore-Events zu veranstalten. Auf der Facebook-Seite bleibt ihr mit Gigs immer up to date. Wenn der Laden gut läuft, lädt er auch mal Autoren ein, die sich mit Popkultur beschäftigen. Unser Tipp: Schaut mal Samstags vorbei, da gibt es sogar veganen Kuchen zum Kaffee.

 

Mo’s Plattenladen
Rudolfstraße 17
Öffnungszeiten:
Mo 16-20 Uhr
Sa 12-17 Uhr

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1 comment
  1. SALVE u SERVUS MO du ich hab die KHUDA Platten angehört und die sind der Knaller!!!
    Allso ich bringe sie auf gar keinen fall zurück!!! Grüsse und ein NICE WE KNODEL

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