Dark Light

Wein! Ekstase! Rausch!

Klingt nach einem Plan. Klingt nach Dionysien. Dionysien waren im alten Griechenland die Festspiele zu Ehren von Dionysus, des Gottes der Ekstase, des Rausches und des Weins. In Karlsruhe heißt so die Veranstaltung von ARTS IN DIALOG am kommenden Wochenende. Ab Freitag schlagen sich verschiedene Künstler die Nächte um die Ohren, um Theater, Performance, Kunst, Video und Musik zu verbinden. Jazz trifft auf Experimentalmusiker, Bildhauer auf Fotokünstler, Posaune meets Geige meets DJs. Es wird improvisiert, gejamt, gemalt, gehämmert und gespielt. Nichts ist abgesprochen, jeder kann mitmachen und alles soll sich mischen, um im großen KunstRausch zu enden. Als Zuschauer steigt man vom Erdgeschoss, dem „Himmel“ und einem 36-Stunden Musikwerk von Helmut Bieler-Wendt in die „Hölle“ hinab zu Tim Etchells Schauspiel „Quizoola!“. Einblicke in die Abgründe der Persönlichkeit von insgesamt sechs Akteuren gibt es bei diesem Frage/Antwort-Spiel übers Leben gratis. Die sind bei 2,5 Tagen Dauerfestival vorhersehbar. Höhepunkt der Dionysien ist am Samstag um 24 Uhr. Wein? Rausch? Ekstase? Vorprogrammiert. Nice.


Interview mit Robert Besta von Arts in Dialog
Bericht und Interview von Dorothea Reichert

Eine interaktive Party der Künste soll die Dionysien sein. Was sind die Dionysien MMXI?

Dionysien haben zum ersten Mal stattgefunden vor zwei Jahren als Auftaktveranstaltung von „ARTS IN DIALOG“. Uns gibt’s seit 2009. Wie der Name „ARTS IN DIALOG“ schon sagt, sollen Künste im Dialog sein. Was uns in den Dionysien wichtig ist, ist das Verschmelzen verschiedener Künste.

Und wie können wir uns das genau vorstellen?

Wir zeigen bei Dionysien performative Kunst, Bildhauerei und Videokunst. Das trifft auf Theater, auf „Quizoola!“, ein Stück von Tim Etchells, der aus der Gruppe Forced Entertainment ist. „Quizoola!“ ist avantgardistisches Theater. Das Stück besteht ausschließlich aus Fragen, die das Leben betreffen und die von den Schauspielern beantwortet werden. Wir haben insgesamt sechs Schauspieler, von denen vier versuchen Antworten zu geben. Darüber hinaus werden in der Film-Boxx nonstop Filme verschiedener Genres und von verschiedenen Regisseuren laufen. Unser Schwerpunkt liegt auf Werner Fritsch, der sehr experimentell arbeitet und dessen Buch „Cherubim“ ziemlich erfolgreich war. Von ihm zeigen wir frühe Sachen, von den 70ern bis Anfang dieses Jahrtausends.

Gibt’s auch Musik?

Musik gibt es natürlich auch. Helmut Bieler-Wendt komponiert für dieses KunstRauschFest ein 36-Stunden-Werk, das im Erdgeschoss gespielt wird. Wir nutzen im Gebäude zwei Räume. Oben ist der Himmel, unten die Hölle, ein kleiner, klaustrophobischer Kellerraum, in dem das Theater stattfindet. Hier geht der Zuschauer einzeln mit zwei Schauspielern rein, um Fragen und Antworten zu Leben + Sein zu hören.

Haben sich die Dionysien MMXI im Vergleich zur Veranstaltung vor zwei Jahren entwickelt?

Film, Kunst, Musik und Theater treffen aufeinander. Bei Dionysien MMIX ist, hatten wir einen typischen Eventcharakter mit Zeitplanung ‚um 20 Uhr kommt das, um 21 Uhr das und 21.30 kommt das’. Dieses Mal wird von Anfang an alles gleichzeitig laufen. Am Freitag fangen wir in den Räumen ganz clean an. Innerhalb kurzer Zeit werden sie immer mehr bebaut sein. Künstler bauen zum Teil die Instrumente für die Musiker. Manche Akteure bleiben kurz, andere länger – sind entweder die gesamte Zeit da oder bleiben nur kurz. Andere sind kurz da, dann wegen einer anderen Veranstaltung abwesend, kommen später wieder und interagieren mit denen, die dann da sind.

Also gibt es keine Ansprachen?

Es gibt vier Leute, die das ganze mehr oder weniger koordinieren. In der Musik Helmut Bieler-Wendt, Tom Gerber im Theater, Renate Koch macht die Kunstschiene und ich die Film-Boxx. Uns geht es um eine interaktive Party der Künste. Es soll hier ein lustvoller, kreativer Raum an diesem Wochenende entstehen. Auch für die Zuschauer, die kommen, gehen und gerne wiederkommen können. So können sie sehen, wie sich der Raum verändert. Ich könnte mir vorstellen, dass Saiten vertikal oder horizontal durch den Raum gespannt werden. Oder dass die Maler etwas bauen, das die Musiker bespielen. Der Schauspieler wird zur Video-Leinwand für den bildenden Künstler. Darum geht es: Dass in der Zeit, in der das Event stattfindet, immer mehr zusammen kommt.

Es soll sich also ein Mix aus allem entwickeln? Und worin enden?

Höhepunkt soll am Samstag um 24 Uhr sein, wo wir mit Musik, Trommeln und Tanzen die Wintergeister vertreiben. Danach klingt das ganze ab bis zum Brunch am Sonntag, wo die Dionysien MMXI dann enden.

Tanzen, Trommeln – Zuschauer können auch aktiv werden?

Und sollen gerne tanzen und mitmachen! Dieses interaktive Ding ist uns wichtig. Es werden sicher Instrumente, Blechkisten oder Papprohre da sein, man kann immer mitmachen. Einige der Künstler wie z.B. Alex Schaefer, werden unten in der Hölle Themenräume entwickeln, wo zu den unterschiedlichen Fragen im Theaterstück Objekte entstehen sollen. Hier kann sich der Zuschauer auch durch Objekte an die Fragen in „Quizoola!“ rantasten.

Welche Fragen werden denn in „Quizoola!“ gestellt?

Zum Beispiel: „Was geschieht eigentlich mit der Stunde, die wir bei der Zeitumstellung verlieren? Verschwinden diese 3600 Sekunden spurlos? Und was hätte in dieser verlorenen Stunde alles geschehen können?“ Oder auch banale Fragen wie: „Warst du schon einmal von Schnaps betrunken? Von Whiskey? Von Bier? Und wie war das?“ Es ist nicht das übliche Schauspiel, wie im Theater. Die Schauspieler, die da sind, beantworten stundenlang Fragen und sind irgendwann erschöpft oder angepisst oder können irgendwann nicht mehr antworten. Es geht auch darum, diese Grenzen zu überstreiten. Der Zuschauer bekommt es live mit. Einige Künstler können sich vor Ort auch ausruhen oder dort übernachten.

Ihr habt nur kurze Pausen von einem Tag zum nächsten.

Robert Besta: Ja, wir wollen das ganze Wochenende einen Raum schaffen für ein kreatives Miteinander, für Zuschauer und Akteure.

Zu guter Letzt: Wo findet man die Dionysien MMXI?

Robert Besta: Im CASINO direkt Ecke Brauer- und Gartenstraße, gegenüber der Esso-Tankstelle. Hier ist das Glasgebäude mit dem TOFU-Tag vorne an der Wand.

Interessantes Interview – interessante Veranstaltung. Ich werde auf jeden Fall während des Wochenendes Himmel und Hölle stürmen! Vielen Dank für die Zeit, die du dir genommen hast.

Bericht und Interview von Dorothea Reichert

Hier geht’s zur Veranstaltung im Kavantgarde Eventkalender…

1 comment
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