Dark Light

Hallo Karlsruher Internet!

Als ich die Kunst- und Kulturplattform Kavantgarde im Sommer 2008 gestartet habe, war für mich nicht ansatzweise absehbar, was daraus einmal werden würde. Angefangen habe ich das Projekt als Terminblog, in dem ich auf Partys aufmerksam machte, die ich als „feierungswürdig“ empfand. Damals gab es weder Facebook noch Online-Terminportale, die mich inhaltlich ansprachen. Mit der Zeit entwickelte sich aus dem „Partyblog“ eine Plattform mit diversen redaktionellen Formaten, die über Karlsruher Künstler und Projekte berichteten, einem Terminkalender in den jeder freigeschaltete Veranstalter seine Termine selbstständig eintragen kann und einem Onlineshop für Musik, Mode und Design aus Karlsruhe.

Da bei diesem Projekt jedoch nie die kommerzielle Vermarktung im Vordergrund stand und die Energie statt in Anzeigen- und Sponsorenakquise in diverse redaktionelle Berichte und Projekte geflossen ist, mangelte es stets an Geld, um Mitarbeiter für ihre redaktionelle Arbeit und den investierten Aufwand zu entlohnen. Demzufolge war der Verbund an Leuten, die sich in das Projekt einbrachten, immer sehr lose und temporär. Nichts desto trotz haben sich von Anfang an glücklicherweise viele kreative und zugleich kompetente Leute in das Projekt eingebracht. So erinnere ich mich, dass mir bei technischen Fragen Thomas vom „Klick Klack Klub“ stets mit Rat und Tat zur Seite stand. Auch der Fotograf „Fidelis Fuchs“ hat das Blogprojekt in den Anfangsjahren mit seinen Fotos enorm bereichert. Oder aber mein Freund Maximilian Williams aka Showmaster “Max Master Five” mit seiner einzigartigen Dachboden-Show “Undergrunt” von dem sich „Circus HalliGalli“ noch heute eine Scheibe abschneiden könnte. Einen wichtigen Bereich stellten auch die Videoberichte und Interviews dar. Hier halfen mir diverse Interviewer/Redakteure, wie z.B. Till aka Schote, Tobi aka Lichtmensch, Solveig, Soufian, Dominik Willisch (der heute Brain Theater und zusammen mit Florian das Karlsruher Musiklabel Reposit.Records betreibt), Pulle, Nick Twah, Mojique oder Jakob Paur. Im Bereich Video war es die gute Alpa oder zuletzt natürlich David aka Bruchi. Nicht zu vergessen, die unzähligen Praktikanten, die sich temporär in das Projekt einbrachten und es mit ihrem Einsatz bereicherten. An dieser Stelle ein Dank an euch alle!

Aber wie gesagt, durch die fehlenden Mittel eine Redaktion zu bezahlen, war der redaktionelle Output und die Qualität der Beiträge stets instabil bis stark schwankend. Man kann sagen, es handelte sich jahrelang um ein ambitioniertes Amateurprojekt. Die technischen Komponenten, wie den Bereich Video und Webprogrammierung mal außen vor gelassen. Diese Bereiche waren recht bald auf einem sehr ansprechenden Niveau. An dieser Stelle auch ein Danke an meine treuen Mitstreiter Andreas Weigel im Bereich Programmierung und Dominic Flatter aka Baba im Bereich Video. Ohne euch wäre die Kavantgarde-Plattform nicht mal ansatzweise so ansehnlich! Und auch sonst, ohne euch… nicht vorstellbar. Danke!

Nachdem ich im September 2012 im Tempel das Vanguarde aufgemacht habe, musste ich feststellen, dass sich für mich zwar zahlreiche neue Möglichkeiten bieten, ich aber gleichzeitig noch weniger Zeit zur Verfügung stand, diese für die Kavantgarde-Plattform zu nutzen. Das Resultat waren gerade mal 38 Artikel im gesamten Jahr 2013. Daher stellte sich für mich die Frage, wie es nun mit Kavantgarde weitergehen soll. Sollte nach fast sechs Jahren, über 500 Artikeln und 200 veröffentlichten Videos Schluss sein? Löst eine Ära in meinem Leben eine andere ab? Darüber habe mir mehrere Monate lang Gedanken gemacht.
Was mich letztendlich dazu bewegt hat, die Kavantgarde-Plattform am Leben zu halten, ist die Karlsruher Szene. Die ist derzeit lebhafter und interessanter denn je. An allen Ecken und Enden brodelt es: Ob es der Musik-Workshop von Hendrik Vogel und Andreas Köhler ist, bei dem zahlreiche vielversprechende junge Musiker zum Vorschein kommen oder die Karlsruher Rapszene um Künstler wie Schote, Curlyman oder MAS, die deutschlandweit für Aufsehen sorgen. Aber auch im House/Techno Bereich, allen voran die Karlsruher Labels Big Bait Records (Peter Clamat) oder Brain Theater (Fait Du Prince oder Kolme Kaveria), tut sich gerade einiges. Oder das Label Reposit.Records mit ihrer Band “Le Grand Uff Zaque” oder das neu gegründete Indie Label Hirsch Records mit Bands wie den “Fatones” gehören. Nicht zu vergessen: die beiden wunderbaren Sängerinnen Sophie Steinchen und Petite Rouge. Weiterhin bieten der neue Kreativspace in der Fettschmelze, die vielen Outdoor Raves im vergangenen Sommer oder die immer interessanter werdende Barlandschaft im Karlsruhe so viele Gründe eben nicht das Handtuch zu werfen, sondern jetzt erst Recht Gas zu geben!

Den letzten Impuls meinem Plan nachzugehen, eine Redaktion auf die Beine zu stellen und das Projekt damit wieder zu beleben, lieferte das Kavantgarde Winterfest am 01.02.2014 im Substage. Neben dem Winterfest an sich, mit dem besten Winterfest-Lineup aller Zeiten, das mich entsprechend beflügelte, lernte ich Konstantin Maier kennen, der an dem Abend im Auftrag der BNN über unser Winterfest berichten sollte. Wir kamen ins Gespräch und ich merkte schnell, dass er perfekt in das neue Redaktionsteam passen würde. Bei einem anschließenden Treffen bestätigte sich mein Eindruck und wir waren beide Feuer und Flamme, die Kavantgarde Plattform zu neuem Leben zu erwecken. Im gleichen Zeitraum wurde ich auf den freischaffenden Texter und Review-Schreiber Pascal Bremmer aufmerksam. Auch er schien mir perfekt ins Team zu passen und nach einem persönlichen Kennenlernen war klar, er ist der Richtige. Auch er war sofort begeistert von der Idee. Damit war der Grundstein für die Zukunft von Kavantgarde gelegt und wir machten uns dran, eine gemeinsame inhaltliche Auszurichtung für einen Relaunch im März 2014 in die Wege zu leiten.
Diesen Relaunch kann ich heute voller Freude und Stolz verkünden! Wie ihr sehen könnt, haben wir die Webseite komplett überarbeitet und näher an ein redaktionelles Newsportal bewegt. Ich hoffe, ihr freut euch über das neue Design und natürlich die Ankündigung, dass redaktionell wieder mehr passieren wird. Wir haben viele Ideen und Storys geplant auf die ihr gespannt sein dürft. 2014 wird super!

Euer Jakob

2 comments
  1. Ja Mann!
    In den zwei Worten steckt eigentlich schon alles drin, was ich an Props für das Kavantgarde schon immer mal sagen wollte,.. Also in dem Sinn, wie wenn man es beim Checken der Termine, Videos der hier gefeatureten Künstler mantramäßig immer wieder vor sich hermurmelt.
    Ja Mann! im Sinn von: weiter so
    Ja Mann! im Sinn von: KA needs you
    Ja Mann! im Sinn von…
    okay, jetzt nicht poetisch werden.

    Cheers,
    Censor.

  2. Hi Sigi,
    ich finde es toll, was du alles auf die Beine stellst. KA needs u!
    Und ey geiles Foto von dir!
    alles Gute eurem Team!

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