Dark Light

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Freudig erregt präsentieren wir euch heute ein neues auf HipHop aus Karlsruhe spezialisiertes Interviewformat, die PRIMETIME Radio Show!

Die auf Soundcloud gestreamte Show wird von DJ Big Will moderiert. Er kommt ursprünglich aus Stuttgart, ist aber vor ein paar Monaten für ein Studium nach Karlsruhe gezogen und möchte seine neue Heimat und vor allem die Karlsruher HipHop Szene gerne näher kennenlernen. Er ist nach wie vor in diversen Stuttgarter Clubs als DJ tätig, will jetzt aber auch in Karlsruhe mitmischen und hat sich dafür zusammen mit uns das Party und Radio Format PRIMETIME ausgedacht. Die Party wird im Vanguarde stattfinden und wird neben Big Will ausgewählte DJs aus ganz Deutschland zu Gast haben. Die Auftaktparty steigt bereits diesen Freitag. Der Gast: NOBODYS FACE (DJ und Produzent von Marteria) aus Green Berlin. Mehr Infos zur Party gibt es hier!

Bei der Radio Show hingegen sollen ausschließlich aktive HipHop Künstler aus Karlsruhe zu Wort kommen. Da in der Karlsruher HipHop Szene aktuell recht viele in Bewegung ist und zahlreiche vielversprechende Rapper und Produzenten zu beobachten sind, wollen wir euch mit diesem Format einen Überblick darüber verschaffen was in dieser Szene aktuell so los ist.

Wohl kein anderer HipHop Künstler wurde in den letzten Jahren öfter auf Kavantgar.de gefeatured als der mittlerweile nicht nur stadtbekannte Rapper Schote. Ob durch diverse Videointerviews oder durch seine zahlreichen Auftritte auf dem Kavantgarde Winterfest, Schote sollte treuen Kavantgarde Lesern ein Begriff sein. Da unser letztes Interview mit ihm jedoch einige Zeit zurück liegt und bei ihm zuletzt viel passiert ist, hat es sich geradezu aufgedrängt ihn zur ersten PRIMETIME Radio Show einzuladen. Aufgezeichnet wurde die erste Sendung bereits vor ein paar Wochen bei seinem Live DJ und Mischer DJ Paka. Jetzt aber erstmal genug getextet, let’s go, viel Spaß mit der ersten Folge PRIMETIME Radio!

Was die Sendung angeht freuen wir uns stets über Anregungen, Kritik und Fragen. Einfach per Email an primetime@kavantgar.de

Der Kollabotrack den Schote in der Show angesprochen hatte, ist mittlerweile veröffentlicht. Der Track wurde auf dem diesjährigen Splash Festival aufgenommen und abgefilmt. Also eine Splash-Produktion durch und durch. Die Auswahl der Rapper, Döll, Credibil und Sonne Ra, die mit auf dem Track vertreten sind, offenbaren Deutschrapkennern welchen Stellenwert Schote in Rapdeutschland mittlerweile eingenommen hat. Nach dem MOT Videobattle und seinem letzten Free-Download Release (Purple Rock Cocain EP, im November 2013 über juice.de) haben sich etablierte Medien wie das JUICE Magazin oder das SPLASH-MAG bereits mehrfach positiv über Schote berichtet und ihm damit quasi die Etikette des Kritikerlieblings verpasst. Ob und wann er auch die breite Deutschrap Masse erreichen wird, bleibt natürlich abzuwarten. Aber die Vorzeichen dafür könnten aktuell kaum besser stehen.

Wer sich bislang noch nicht mit Schote auseinander gesetzt hat, kann sich jetzt dieses kurze Portrait von unserem Parttime Redakteur Philipp Deny durchlesen.

Schote

Wer Schote charakterisieren will kommt nicht daran vorbei auf Gegensatzpaare zurück zu greifen. Karlsruhes erfolgversprechendster Rap-Export seit den Snowgoons verbindet das Feeling von großer Liebe mit Laufhaus, dunkler Eckkneipen mit Studentenparties – oder mit den Worten der JUICE – eine Soundästhetik, die sich aus einer Mischung aus Boom-Bap und Trap speist.

Im Jahr 2006 begann Schote, damals noch unter anderem Namen, mit dem rappen. Eingekesselt zwischen überquellenden Aschenbechern schrieb und recordete er seine ersten Songs in Eigenregie. Die Aufmerksamkeit der überschaubaren lokalen Szene ließ nicht lange auf sich warten und so bildete sich um den jungen MC schnell eine Gäng kreativer Mitstreiter die seine Vision von deutschem Rap teilten und weiterentwickelten. Besonders mit Freund, Mitbewohner und Hausproduzent Enaka arbeitet der Badener seit 2008 an seiner einzigartigen Synthese aus Synthesziser-Sound, Sampleästhetik und Ellenbogen-aus-dem-Fenster-Flow. Ihre EP „Spektralinferno“ aus dem Jahr 2009 bildete das Manifest; eine erste Absichtserklärung, in der in Schubladen gefangenen Raplandschaft ihren eigenen Weg zu gehen. Auf diesen ersten regionalen Achtungserfolg folgte 2011, in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Vincent Wikström, das erste Soloalbum „POV“. Auf teilweise elektronisch angehauchten Instrumentalen erzählt Schote auf diesem Album von seinem Leben aus der Ego-Perspektive. Zwischen Tracks wie „Afterhour“, der von exzessivem Feiern und Konsum handelt, oder „Fatamorgana“, der von der Unerreichbarkeit persönlicher Idealvorstellungen in Bezug auf Frauen erzählt, gelingt Schote auf diesem Album der schwierige Balanceakt bei aller partytauglichkeit der Tracks das persönlich-reflexive Moment nicht aus den Augen zu verlieren.

Der überregionale Durchbruch kam schließlich mit der Teilnahme am VBT, Deutschlands größtem Videobattleturnier, bei dem sich der Karlsruher bis unter die letzten 32 vorkämpfte. Die hohe Output-Rate des Turnieralltags hinderte ihn aber nicht daran wenige Monate später schon die Messlatte wieder höher zu setzen. Unterstützt vom JUICE Magazin wurde im Oktober die EP „Purple Rock Cocaine“ veröffentlicht. Die düster-psychedelische Atmosphäre der Beats und Schotes entspannt pointierte Punchlines scheinen Eindruck hinterlassen zu haben.

Nach einem Gastbeitrag auf „Sickless“ JUICE Exclusive, der unter anderem auch Edgar Wasser im Boot hatte, steuerte Schote in der Mai/Juni Ausgabe von Deutschlands größter Hip-Hop Zeitschrift selbst einen Solo-Track zur JUICE CD bei. Die neugewonnene Aufmerksamkeit half ihm darüber hinaus einen Platz im Teilnehmerfeld des renommierten Video-Turnier „Moment of Truth“ – veranstaltet vom Splash-Mag – zu ergattern. Dort zählte er schon früh den Favoriten und wurde dieser Rolle als Sieger/ Zweitplatzierter des Turniers mehr als gerecht.

Zwischen „Spektralinferno“ und „Purple Rock Cocaine“ liegen nun 5 ereignisreiche Jahre – und die Karrierekurve zeigt steil nach oben. Der wachsende Erfolg spiegelt dabei gut die stilistische Entwicklung wieder. Sicher ist, dass 2014 erst den Anfang einer verheißungsvollen Laufbahn markiert. Die Zukunft von Rap aus dem Südwesten ist „bunt aus Prinzip“ – to be continued….

Wir sind sehr gespannt was bei Schote in den nächsten Monaten passieren wird und drücken ihm fest die Daumen, dass er Recht behalten wird und Karlsruhe in Rapdeutschland endlich mal auf die Karte gesetzt wird!

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