Dark Light

Mars kommt aus Karlsruhe, macht deutschen Rap und lebt derzeit in Stuttgart. Sein Sound ist geprägt von deutschem Rap aus den 90er Jahren. Wer sich mit Deutschrap aus Karlsruhe beschäftigt, kommt um ihn und seine SWW (Südwestwind) Crew nicht herum. Sein 2005 veröffentlichtes Debutalbum “Der Kampf mit sich selbst” ist das wohl am meisten respektierte Karlsruher Hip Hop Release überhaupt. Entsprechend gespannt sind viele alte Fans, ob es ein neues Album von ihm geben wird. Hoffnung gemacht hat ihnen Mars Anfang letzten Jahres, als er eine 7inch Schallplatte mit dem Titel “Antibusiness” veröffentlichte. Aus diesem Release präsentiert er uns heute, in einer exklusiven Premiere auf Kavantgarde, die Videoauskopplung zum Track “Nightflavour”. Produziert wurde der Track von Gromm aus Stuttgart und die Hook singt Le Grand Uff Zaque und Der Basstronaut Künstler MOC.

Den Track “Nightflavour” sowie das zugehörige Release “Antibusiness” kann man übrigens HIER auf Bandcamp in digitaler Form, als auch als Schallplatte, bequem online bestellen. Die Bezahlung erfolgt über Paypal oder Kreditkarte. Support your local Acts!

Viel Spaß mit dem Video und dem anschließenden Interview in Textform…

Anlässlich der Videoveröffentlichung von “Nightflavour” haben wir Mars ein paar Fragen gestellt.

Das letzte Interview mit Dir liegt eine Weile zurück. (siehe hier! ) Daher die wichtigste Frage zuerst: Was macht die Kunst?

Ich hab mal gehört guter Wein müsste lange reifen. Ich bin zwar kein Winzer, aber ich weiß dass die Zeit in der Kunst entsteht, verglichen mit der Zeit in der sie nachher Menschen beeinflussen kann, winzig ist. Wenn also das was ich mache Kunst sein sollte, liegt das letzte Interview zeitlich nicht sehr lange zurück. Ich mache also einfach kontinuierlich weiter, immer wenn ich Zeit habe.

Ok, kommen wir zum Video. Wo und wann ist das Video entstanden?

Der erste Dreh war im letzten Sommer in Karlsruhe. Das sind die Szenen mit meinem mittlerweile verschrotteten weißen Fiat. Der Dreh war sehr spontan, deshalb hatten wir nur eine Kamera und ein Saugstativ. Licht und die optimalen Objektive fehlten uns allerdings. Wir haben versucht das durch weiße T-Shirts, weißen Stoff an der Autodecke und mein Handy als Lichtquelle auszugleichen. Philipp Halfmann aus Berlin (ehemals aka Philipp Liquid) war Kameramann, zusammen machten wir die Regie. Außerdem war Toasta samt Auto am Start, so konnte Philipp aus einem zweiten Auto in der Fahrt filmen.

Der zweite Dreh war etwa 2 Monate später in Stuttgart, diesmal auf meinem Dach. Wir hatten uns etwas besser vorbereitet und Licht besorgt. Felix Meinhardt war diesmal für Licht und Kamera zuständig. Er arbeitet als freier Kameramann im Raum Stuttgart. Da alles erneut ohne Genehmigung erfolgte, bin ich bis heute froh dass trotz des leichten Windes keine Leute oder Lampen aus dem 5. Stock runterfielen. Ich glaube man sieht mir die Anspannung in ein paar Shots an.

Wer ist verantwortlich für den Film&Schnitt des Videos?

Wie schon gesagt wurde die Kamera von Philipp und Felix gemacht. Den Schnitt hat dann Matthias Scharfi übernommen, er ist freier Cutter in Stuttgart. Vielleicht kennen ihn einige auch unter dem Namen Blend32, er produziert auch Beats – “Schlafwandler” und “Kool Creeper” sind zwei Songs die ich mit ihm gemacht habe. Im finalen Schnitt wurden dann noch die besagte Handylichtquelle und das Nummernschild rausretuschiert, Unschärfen reingebaut und die Farben knackig gemacht – das hat dann Moritz Schneider gemacht. Er ist ein guter Freund von mir und arbeitet derzeit in Stuttgart.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit M.O.C. von Le Grand Uff Zaque?

MOC kenne ich schon länger, ursprünglich von einem gemeinsamen Gig in der Nähe von Freiburg. Als ich frisch nach Stuttgart gezogen war, habe ich ihn gleich am Anfang bei mir an der U-Bahnstation getroffen, das war bevor er nach Karlsruhe gezogen ist. Ich habe ihm das Lied gegeben mit den Worten “mach was tightes aber ruhig radiotauglich”. Es gibt wenige Leute die tight sein und singen können, MOC gehört dazu weil er Rap versteht, musikalisches Gespür hat und vor allem etwas von Songkonzeption versteht. Ich glaube wenn jemandem der nur singt den Text geschrieben hätte, wäre die Aufnahme nicht so gut geworden.

Ist der Track ein Vorbote zu einem bald erscheinenden Mars Solo Album?

Das Lied wird auch auf meinem zweiten Album sein, ja. Produziert wurde der Beat von Bromm, der hat einen größeren Teil der Beats auf dem Album gemacht. Es ist aber als Single bereits auf unserer “7inch Antibusiness” Vinyl released, für die werbe ich ja auch im Video. Wer etwas Exklusives haben will, kann die Scheibe als Vinyl kaufen, dafür habe ich jetzt marsmusik.bandcamp.com als Ergänzung zu meiner normalen Seite (www.marsmusik.de) eingerichtet. Weil wir von vielen Leuten gehört haben dass ihre Plattenspieler im Keller oder Dachboden gelandet sind haben wir uns entschlossen die Sachen doch noch als Download anzubieten. Letztlich ist ja die Musik entscheidend und nicht das Medium. Bromm und ich persönlich würden uns allerdings Platte kaufen. Als Anreiz dafür gibt es zur Vinyl jetzt die Audiodownloads dazu. Die Leute die bereits eine Vinyl bei mir gekauft haben können deshalb übrigens gerne auf mich zukommen!

Auch das letzte Illyricum Album liegt mehrere Jahre zurück. Wird es ein nächstes Album geben?

Ja! Von Illyricum gibt es vor dem Album allerdings schon Tracks auf den kommenden Alben von Elbis und Snowgoons.

Danke für das Interview. Hast Du noch abschließende Worte?

Ja, ich möchte Gawki grüßen. Außerdem danke ich Kavantgarde für das Interview und die Unterstützung.

Den Kavantgarde Künstler Steckbrief von Mars findet ihr hier

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