Dark Light

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Ganz fragil, zerbrechlich und im nächsten Moment technisch versiert und aufbrausend, so sind die Klavierstücke von Martin Harder. Damit erinnert er an erfolgreiche Künstler wie Nils Frahm, die das Klavier entstauben und vor ein junges Publikum holen. Doch der 25-Jährige tritt auch als Singer-/ Songwriter auf. Wir haben uns das Jungtalent näher angeschaut und mit ihm über seine Musik geredet. Weil Worte, nur schwarze Zeichen auf weißem Grund sind, haben wir uns die Mühe gemacht für euch ein Video mit Martin zu drehen. Wem das nicht reicht, der möge ihn bei der Liedermachernacht am 06.02. im Vanguarde bestaunen.

Hallo Martin, erzähl doch mal kurz deine Steckbrief-Hardfacts, woher, wie alt, was machst du?

Hallo. Aufgewachsen bin ich in Minden an der Weser nahe Hannover. Nachdem ich mit der Schule fertig war, habe ich zunächst gearbeitet und bin dann für zwei Jahre nach Vancouver BC für einen Freiwilligendient gegangen. Anschließend hat es mich für ein Studium nach Karlsruhe verschlagen. Ich bin 25 Jahre alt, studiere Wirtschaftsingeneurwesen und mache in meiner Freizeit viel Musik.

Du spielst sowohl als Singer-/ Songwriter als auch als Pianist? Das ist relativ ungewöhnlich, weil Pianisten gerne ihr Instrument für sich sprechen lassen. Was findest du an dem jeweils anderen Ansatz interessant?

Wenn ich als Singer-/ Songwriter Musik mache ist das Arrangement eher auf meine Stimme ausgerichtet und ich habe einen Inhalt den ich weitergeben will. Wenn ich aber Klaviermusik mache, geht es mehr um die Stimmung beziehungsweise einen Raum in dem jeder Zuhörer – mich eingeschlossen – nach Belieben denken und fühlen kann.

Bist du lieber Singer-/Songwriter oder Pianist?

Weder noch. Mit beidem habe ich eine Menge Spaß. Klaviermusik hat bei mir allerdings  einen besonderen Stellenwert. Klavier spiele ich schon seit meiner Kindheit. Als Singer-/ Songwriter bin ich erst seit zwei, drei Jahren aktiv.

Hast du eine klassische Pianoausbildung?

Mit acht Jahren begann mein sechsjähriger Unterricht bei einem Klavierlehrer in der Nachbarschaft. Ich habe zunächst klassische Stücke gelernt, später habe ich lieber improvisiert und an eigenen Melodien gearbeitet.

Weißt du noch, was dich als Kind oder Jugendlicher an Musik fasziniert hat. Welcher Künstler ist dir so als Ur-Erinnerung hängengeblieben, bei dem du dachtest: Ich mache jetzt selbst Musik!

Fasziniert hat mich schon immer die Klaviatur an sich. Der Aufbau und die Zusammenhänge zwischen einzelnen Tönen und Harmonien auf dem Klavier und die jeweilige Beziehung in der sie zueinander stehen. Soweit ich mich erinnern kann habe ich schon immer am Klavier experimentiert ohne dass der Anstoß dazu von außen kam. Wo hingegen mir die Idee als Singer-/ Songwriter aktiv zu werden bei einem Konzert von „The Milk Carton Kid“ kam. Eine Band  für sich!

Welche Künstler findest du zur Zeit innovativ. Dein Klavierspiel erinnert mich ein wenig an Nils Frahm. Ist der ein Vorbild?

Ich habe Nils Frahm kürzlich live gesehen und war sehr beeindruckt – seine Live Performance ist unglaublich. In seiner Musik kann ich mich oft selbst wieder finden, beziehungsweise finde ich Schnittstellen zwischen seiner Art bestimmte Harmonien und Melodien in Szene zu setzen und meiner. In dieser Hinsicht habe ich ihn auf jeden Fall auf dem Schirm. Aber auch Künstler wie Ólafur Arnalds oder Max Richter haben etwas völlig eigenes Episches in ihrer Musik, zu was ich direkt „relaten“ kann.

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Deine Musik ist sehr leise, bedacht und fast schon entschleunigt, was können wir heutzutage von den leisen Tönen lernen?

Dass auch leise Töne, Stimmen und Intuitionen existieren, wir aber selbst leise sein müssen um sie zu hören.

Verfolgst du ein bestimmtes Konzept oder schreibst du aus dem Bauch heraus?

Ich spiele eher aus dem Bauch heraus. Das Konzept ergibt sich meistens am Ende aus dem Gesamtbild. Einige Stücke verlangen aber mal auch mehr Aufmerksamkeit, Methodik und Zeit um aus ihnen was zu machen.

Warum denkst du, dass Klaviermusik vor allem für ein jüngeres Publikum attraktiv sein kann?

Klaviermusik ist laut und leise, aufregend und entspannend, hoch und tief – zeitlos.

Hast du ein Album in Planung?

Ich arbeite aktuell sowohl an einem Album mit Klaviermusik, als auch an einem Singer-/ Songwriter-Album. Bei beiden Projekten steht bereits das Grundgerüst, es ist aber noch einiges zu tun.

Was wird bei dir in Zukunft passieren? Auftritte etc.?

Mehr Musik und mehr Auftritte. Am 06.02.2016 spiele ich bei der Liedermachernacht im Vanguarde in Karlsruhe. Darauf freu ich mich!

Vielen Dank für das Interview und viel Glück in Zukunft mit deiner Musik!

06.02.2016-Liedermacher-Nacht-Webflyer

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