Dark Light
Karlsuher Nächte sind lang – Karlsruher Bier wirkt. Pascal ist vier Jahre KA, und erzählt von fünf Begegnungen mit der Staatsgewalt.

Ich, Pascal (29, Chiffre-Nr. 777), wohne nunmehr seit fast vier Jahren in Karlsruhe. In „Karlsruhe Tag und Nacht“ berichte ich von Begebenheiten aus meinem Leben in dieser liebenswürdigen, seltsamen Stadt mit dem Fächer und den Baustellen.

Ich bilde mir ein, ein guter Bürger dieser Stadt zu sein. Nicht nur, weil ich Steuern zahle und so, sondern auch, weil ich Müll meistens in Behälter fülle und nach Möglichkeit nicht in die freie Landschaft uriniere. Weil ich freundlich bin, so gut das geht. Weil ich das Badische ertrage. Ich möchte mich jetzt gar nicht irgendwie loben, aber hey, Karlsruhe, wir beide halten es doch ganz gut miteinander aus, oder nicht? Was sich aber dennoch nicht vermeiden lässt, wenn man sich eine Stadt zu Eigen macht und sich gleichermaßen ihr herschenkt, sind Begegnungen mit der Obrigkeit. Karlsruhe, du Stadt des Rechts, ich bin nicht immer so ganz astrein unterwegs gewesen, aber wir hatten doch schon viel zu lachen miteinander. Ich weiß du bist mir nicht böse. Ich muss aber jetzt mal fünf kleine Stories raushauen, die davon handeln, wie deine Vertreter und ich uns, nun ja, Auge in Auge gegenüberstanden. Jede einzelne dieser Geschichten entspricht der vollen Wahrheit.

1. Karlsruhe bürgernah

© Holger Tuttas / karlsruhe-staender.de
© Holger Tuttas / karlsruhe-staender.de

Gleich zu Beginn meiner Wohnhaftigkeit in Karlsruhe wurde ich wie jeder Besucher der Fächerstadt mit dem Prinzip Baustelle vertraut gemacht. Nicht etwa, weil mich jemand herumführte, sondern weil, wo man sich auch bewegt, Löcher im Boden sind. Einen kompletten Marktplatz habe ich als Karlsruher Bürger noch nie gesehen. Solche Bodenlöcher lassen einen aber ja auch bisweilen staunen, und ohne Lärm wär das alles irgendwie auch geil. So Abenteuerland-mäßig. Anders als bei Hartmut Engler sicher, aber schon interessant. Entsprechend häufig sieht man mich im Stadtgebiet in Baugruben starren. Fast meditativ ist das. Wäre es. Wie gesagt ohne Lärm. Jedenfalls starrte ich, kurz nachdem ich in Karlsruhe das erste Mal den Oberbürgermeister wählen durfte, wieder in einen solchen Abgrund. Am Marktplatz. Ich starrte und bemerkte beiläufig, wie sich ein Herr neben mich gesellte und mitstarrte. Ich guckte auf und erkannte in dem Mann den neuen OB Frank Mentrup. Ich bin so ein Typ, der ganz schlecht mit Prominenz umgehen kann. Aus Neid ein bisschen, andererseits, weil ich ein Verfechter völliger Gleichheit bin – wie es der SPD-Mann dem Grundgedanken seiner Partei entsprechend ja nun auch sein sollte. Ich sprach ihn an: „Was geht?“ Er entgegnete: „Ich schaue mir die Baustelle an.“ „Ich auch“, sagte ich. Wir grinsten beide recht blöd. Das war auch schon die ganze Geschichte. Aber ich war mir fortan noch sicherer, den richtigen Kerl gewählt zu haben.

2. Der Wettlauf

Bis vor ein paar Jahren, genauer gesagt, für die ersten anderthalb, die ich in Karlsruhe zubrachte, war ich noch Angestellter in einer Werbeagentur. Für die Firma betreute ich einen Kunden in der Steinhäuserstraße, in einem jener großen Bürogebäude, in welchen ich niemals arbeiten wollen würde, und bei dem ich immer heilfroh war, wenn ich es nach dem jeweiligen Kurzbesuch wieder verlassen durfte. Eines Morgens hatte ich einen Termin bei dem erwähnten Kunden und fuhr mit dem Auto zu dessen Geschäftsstelle, um im Anschluss zur Agentur weiterzureisen. Nicht aus Zeitmangel, nein, das wäre gelogen, auch nicht aus Faulheit, sondern aus schlichtem Geiz löste ich kein Parkticket in der Seitenstraße, die an jenem Morgen einen Stellplatz für mich bereithielt und machte mich auf zum Meeting. Nach getaner Arbeit verließ ich den Bürokomplex schnellstens und begab mich sogleich zurück auf den Weg zum Auto. Als ich in die entsprechende Seitenstraße einbog, sah ich eine Ordnungsamtsangestellte zielgerichtet auf mein Auto zuschreiten. Sprichwörtlich nahm ich die Beine in die Hand. An dieser Stelle darf erwähnt sein, dass ich trotz meiner stark dreidimensionalen Bauart eine wahnsinnige Endgeschwindigkeit besitze – Kugelblitz nannte mich nicht zu Unrecht so mancher im Fußballverein. Ich setzte also zum Sprint an. Usain Bolt in weiß und dick. Ich überholte die Politesse keuchend, klatschte auf meine Motorhaube und rief „Erster!“ Die Dame lachte, ich lachte auch. Sie meinte, heute lasse sie sich noch mal davon kommen. Die fünf Euro Strafzettelgebühr wurden so zum höchsten Preis, den ich je in einem sportlichen Wettbewerb gewinnen konnte. Stichwort „Teilnehmerurkunde“.

3. Der Mann mit der eisernen Stange

Beweisfoto A
Beweisfoto A

Bis vor zwei Jahren war ich Stammgast im Kroko-Keller. Bevor er scheiße wurde, wie so viele meinen. Ich fand es damals gut da. Musik ok, Sprit ok – mehr kannste von einem Club eigentlich kaum erwarten.  Ja gut, die Musik ist jetzt eigentlich nicht so dolle. Da spielt man auch heute, wo Fred Durst (zurecht) wirklich jedem egal ist, immer noch Limp Bizkit. Aber ja, Manowar fetzt schon. Oder halt auch nicht. Und die Getränke. Was soll man da sagen? Mit dem fortschreitenden Alter und dem gefüllteren Geldbeutel steigen schon auch die Ansprüche. Ich habe mir ja lange das Prädikat „Wirkungstrinker“ auf die Fahne geschrieben, aber Wodka Bull muss halt auch nicht mehr sein. Zumindest das Bier ist das, was es ist, und macht, was es soll. „Und wir trinken immer viel zu viel / Doch wir seh’n gut damit aus / Wir tun das mit Stil“, sang Gisbert zu Knyphausen auf seinem Debüt. Rotzevoll geil aussehen, das ist doch wünschenswert. Meinen Bestrebungen folgend, selbige Außenwirkung zu perfektionieren, besuchte ich also Woche um Woche, meist mehrmals, das genannte Etablissement. Allein schon in der Bürgerstraße, wo der Keller seine Pforten für Suffköppe aller Couleur öffnet, gibt es volltrunken jede Menge zu erleben. Während der Raucherpause zum Beispiel, oder beim nächsten und übernächsten Drama, wenn die Alte vom einen mal wieder in Tränen ausbricht, oder der Macker von der anderen mal wieder kotzen muss. Jedenfalls immer dann, wenn der Tanzabend beendet ist. So begab es sich an einem jener Abende, dass unsere Gruppe das Lokal verließ und noch eine Weile auf der Straße parlierend zubrachte. Die genannte Straße ist eine von denen, die nur so halb für den Kraftverkehr nutzbar sind, die andere Hälfte ist so halb Fußgängerzone. Wohl um Autos am Parken zu hindern, und vielleicht auch, weil es schön aussehen soll, stehen dort metallische Stangen mit abschließendem Kugelkopf im Abstand von etwa einem Meter von den Häuserwänden und etwa doppelt so viel voneinander entfernt. Wahrscheinlich haben diese Stangen einen Namen, zumindest im Beamtensprech. Ich kann es nur halbzulänglich beschreiben. So Eisenstangen halt. Mitunter hat man Glück, und eine dieser Stangen ist locker – ein Fest für hyperaktive Betrunkene wie mich. Ich beschloss also einen dieser länglichen Metall-Rhomben mit nach Hause zu nehmen. Ich war gerade neu in einer WG eingezogen, und für die Deko wäre das doch was ganz Außergewöhnliches. Ich hatte auch schon mal erfolglos versucht, eine Ampel zu mopsen, aber hier nun schien endlich ich erfolgreich zu sein. Ich klemmte mir also das Metall übermännlich, Jason-Statham-The-Rock-mäßig, zwischen Arme und Schultern und machte mich auf den Heimweg. Ein paar Schritte vom Kroko-Keller entfernt stand ein motzender Mann. „Stell das Ding zurück“, fuhr er mich an. Ich, fröhlich ob meiner Beute und mir keiner Schuld bewusst, entgegnete: „Nein, ich will die für die Wohnung!“ – „Stell das Ding zurück, oder ich ruf die Bullen“, fuhr er fort. „Mach halt“, ließ ich verlauten. Ich hörte im Weiterlaufen noch, wie er ins Telefon sagte „da läuft ein Mann mit einer Eisenstange durch die Stadt“, doch ich ahnte nicht, was selbige Aussage zur Folge haben würde. In der Nähe des Naturkundemuseums sah ich sie dann heranrasen, die drei Streifenwagen mit Blaulicht. Sternförmig stellten die uniformierten Herren und Damen ihre Fahrzeuge um mich herum ab. Eine Beamtin schrie mich an „Stell die Stange weg!“ Ich bat Sie darum, mich nicht zu duzen. Sie hatte keine Zeit, darauf zu reagieren, denn aus einem der anderen Autos stieg ein offenbar ihr vorgesetzter Staatsdiener. „Was willst du denn damit?“ fragte er freundlich. „Ich will die für unsere Bude“, erklärte ich mich. „Das kannst du nicht machen“, meinte er und lachte mit mir, erkennend und auch anerkennend, wie dumm diese Idee, aber wie harmlos ich auch war. „Als Strafe musste die jetzt zurücktragen“, sagte er, und schickte die beiden anderen Streifenwagen weg. Statt ihn auf die Wahrung gängiger Höflichkeitsregeln hinzuweisen, entschloss ich mich diesmal einfach auch zu duzen. „Komm, das ist echt ein Stück und das Ding ist schwer, können wir die Stange nicht schnell bei euch in den Kofferraum werfen?“, fragte ich. Er grinste und verneinte, das sei jetzt nun mal meine Strafe. Ich lief voraus, zurück in Richtung Bürgerstraße, er und sein Kollege fuhren mir im Einsatzauto hinterher. Ich stellte die Stange zurück an ihren Platz und verabschiedete mich mit Handschlag von meinem neuen Bullenkumpel. Eines aber bleibt gewiss: Der Traum ist noch lange nicht vorbei. Hin und wieder prüfe ich, ob die Stange noch immer locker ist. Sie ist es in der Tat.

4. Karlsruher Verkehrs Vicker

Was wäre Karlsruhe ohne seine Stadtbahn? Keine Baustelle, ja. Aber auch eine dieser ätzenden Kleinstädte, in denen man ständig Bus fahren muss. Bus fahren ist scheiße. Erstens muss man Kontakt mit Busfahrern haben, dem wohl unfreundlichsten aller Berufsstände, zweitens ist Schwarzfahren viel schwerer. Als Linker – zumindest bezeichnen mich meine überwiegend konservativ eingestellten Freunde so – sehe ich ÖPNV als Grundrecht und insofern empfinde ich auch die hierfür anfallende Gebühr als unrechtmäßig. Andererseits wurde ich gut erzogen. Jedenfalls machte ich innerlich einen Kompromiss aus: Jede zweite Fahrt wird bezahlt. Es ist nicht so, dass ich an jenem Abend, von dem ich nun erzählen möchte, noch wirklich darüber nachgedacht hätte, schließlich war es gar kein Abend mehr, sondern die frühen Sonntagsstunden und ich ziemlich gut drauf. Alkoholisch gut drauf. Ich stellte mich also in die S5 Richtung Mühlburg, um vom Europaplatz die vier Haltestellen bis zu Händelstraße zu überbrücken. Ohne dass ich sie bemerkte, befand sich auch ein eine Gruppe Zivilkontrolleure in Wagon. Und es kam wie es kommen musste: „Fahrscheinkontrolle!“ Ich hatte mir für diese Situation einen Escape-Plan zurechtgelegt. Den Typen belabern und währenddessen auf dem Handy ein Ticket lösen. Und ich versuchte genau das. Aufgrund meiner eingeschränkten Fingerkoordinationsfähigkeiten dauerte das Manöver aber einen Augenblick länger als erwartet und der dummerweise weniger alkoholisierte Kontrolleur kam meinem Täuschungsversuch auf die Schliche. Er würde wütend. Ohne dass ich jetzt schon etwas angestellt hatte, außer dass ich ihn dummdreist verarschen wollte. Aber so oder so, man musste es einfach feststellen, litt der Mann an einem nicht unerheblichen Napoleonkomplex. Er maß wohl um die 1,65m. Sagen wir aber zur Verdeutlichung, er war etwa 80cm groß. Es ist ziemlich schwierig mit ca. 1,90m einen wildgewordenen Mini-Hilfspolizisten ganz für voll zu nehmen, vor allem wenn zuvor Gin und Tonic flossen. Er forderte mich auf meinen Personalausweis zu zeigen. Ich verweigerte dies, mit der Begründung, dass er sich zunächst als Kontrolleur ausweisen solle, da er schließlich in zivil unterwegs sei. Er zeigte mir ein Plastikkärtchen mit seinem Konterfei und dem KVV-Logo, jedoch ohne Namen. Ich erkannte diesen Ausweis nicht an. So wie wenn die UN den Kosovo nicht anerkennen. Ich erklärte sein Dokument aufgrund des fehlenden Namens für ungültig und führte aus, wie man sich in einem Copyshop selbst ein solches Kärtchen erstellen könne. Der Mann verstand keinen Spaß. Er ließ mich wissen: „Sie sind vorläufig festgenommen.“ Ich lachte. Er bat mich an der Händelstraße auszusteigen, was mich nicht störte, schließlich war das ohnehin mein Ziel. Er forderte mich erneut auf, meinen Personalausweis zu zeigen. Ich sei schließlich ausweispflichtig. Ich drehte den Spieß um, nahm ihn auch fest und ermahnte ihn ob seiner Ausweispflicht. Es half nichts, er rief die Polizei. Siegesgewiss grinsend ging ich davon aus, dass ich recht behalten würde, dass ich ihm meinen Ausweis nicht zeigen müsse, solange er sich nicht ordentlich als Kontrolleur identifizieren könne. Weit gefehlt. Der jüngere der beiden Polizisten, bei dem ich eine Kippe schnorrte, schüttelte den Kopf: „Warum hast du nicht einfach deinen scheiß Ausweis gezeigt?“ Ja, warum habe ich nicht? Für die Gerechtigkeit! Ich bin jetzt vorbestraft.

5. Karlsruher gegen die Idiotisierung des Abendlandes

I’m blue, pegidi-pegida. Deutscher Herbst war gestern. Heute ist Winter. Die Glatzen marschieren wieder. Sie haben bisweilen sogar Frisuren oder sind nicht einmal unbedingt deutschstämmig. Es ist eine Farce mit dem Faschismus, schon immer gewesen. Beteiligt sind und bleiben nur Arschlöcher, deren stummer Schrei nach Liebe mittlerweile gar nicht mehr so stumm ist, wenn in Dresden Zigtausende „spazieren“ gehen, um dagegen zu protestieren, dass leidenden Menschen geholfen wird, und dafür dass Sauerkraut auch Sauerkraut bleiben soll – oder was bitteschön ist sonst die vielgepriesene „deutsche Kultur“? Ich bin nicht stolz darauf, deutsch zu sein. Ich kann ja noch nicht einmal was dafür. Und dass es in jedem Scheißkaff hier einen Weltmarktführer für irgendwas gibt, wie mir ein Bekannter unlängst erklärte und dabei auf den deutschen Fleiß und die angebliche deutsche Überlegenheit hinwies, hat mir noch weniger Ständer beschert als so manche Dame mit Migrationshintergrund. Das Schlimme ist, dass selbst in einer so weltoffenen Stadt wie Karlsruhe die Nazis los sind, dass es auch hier einen Pegida-Ableger gibt. Jaja, Pforzheimer Berserker und so, aber Karlsruhe ist eine ihrer Brutstätten geworden, auch wenn die Gegendemos jeweils mit höherer Beteiligung glänzen. Mit den regelmäßigen Demonstrationen sah sich der gemeine Karlsruher in letzter Zeit immer häufiger auch einem Großaufgebot an Polizeikräften gegenübergestellt. Das ist ja auch gut so, denn Links und Rechts müssen sich ja nun wirklich nicht hier die Schädel einkloppen und unsere schönen Straßen mit roter Tinte sprenkeln. In Hundertschaften kommen die Kollegen aus Stuttgart, so hört man, um die Demos und Gegendemos abzusichern. Bis zum Umzug des Aufmarschs an den Kronenplatz marschierten die Kargida auch durch die Leopoldstraße. Dort wohne ich und dort kam ich nur noch mit Personalausweis zu meiner Behausung, als wieder Demo war. Das ist ok, wegen Rechtsstaat und so und weil ich es ja verstehen kann. Was ich allerdings nicht verstehen konnte war folgende Situation: Ich war zu Fuß auf dem Heimweg von einem Geschäftstermin und musste durch die Polizeisperre. Ich stellte mich also auf eine Ausweiskontrolle ein. Ich trug eine schwarze Skinnyjeans, ein schwarzes Shirt, schwarze Chucks, eine schwarze Jeans-Weste und eine schwarze Cap. Schwarz ja, Punk vielleicht auch ein wenig, aber nun gut. Als der schnurrbärtige, ergraute Wachtmeister mich herannahen sah, musterte er mich schon auffällig. Als ich vor ihm stand fragte er ohne ein Hallo: „Was bedeutet ihr Tattoo?“ Ich trage auf dem linken Arm eine Strichliste bestehend aus sieben ebensolchen. „Das möchte ich nicht sagen, das ich persönlich“, entgegnete ich freundlich, aber verständnislos. Was folgte, war eine Durchsuchung meines Rucksacks und eine Abtastung meines Körpers, wobei das nicht der ältliche Polizist übernahm, der stattdessen einen jungen Kollegen zur Leibesvisitation beorderte. Das war also eine dieser „verdachtsunabhängigen Kontrollen“, bei der ich ausgehend von einem Merkmal (schwarze Kleidung, „Knast-Tattoo“) in den Fokus der Staatsgewalt geriet. Für die war ich der Antifa-Pascal oder so. So wie ein dunkelhäutiger Mensch wohl so oft der Drogendealer-Jim oder der Vergewaltiger-Ali sein soll. Ich war verärgert, auch wenn ich an Ort und Stelle kein Fass mehr aufmachte, weil ich schlicht dringendst das heimische Badezimmer erreichen wollte, aber mir wurde klar, ohne dem Kollegen jetzt vorzuwerfen, er habe nicht „nur seinen Job gemacht“, wie es ist, durch ein äußeres Merkmal fehleingeschätzt zu werden. Und das ist der Grund, warum solche Leute wie die Kargida-Affen keinen Platz in Karlsruhe verdient haben, warum sie zurückzudrängen und fortzuschicken sind. Weil wir eine Stadt sind, in der die Vielfalt ein Gut ist und wir sie willkommen heißen! Ich hoffe, das habe ich in meinen vier Jahren hier richtig eingeschätzt.

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