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Independent Days 2012

Cineasten aufgepasst!

Vom 16.-20. Mai 2012 finden die „Independent Days“, ein low- & no-budget-Film Festival in der Karlsruher Schauburg statt. Eine gemeinsame Veranstaltung des Filmboard Karlsruhe e. V. und des Independent Days Karlsruhe e.V.. Anfangs eine Veranstaltung für Studenten, ist das fünftägige Festival nun schon seit einigen Jahren ein Publikumsmagnet für Filmliebhaber, die an Filmen jenseits von Hollywood und Mainstream interessiert sind. Beiträge aus aller Welt, sowie aus Karlsruhe selbst – von Horrorfilm bis Dokumentation – ist alles dabei.

In unserem Terminkalender, findet ihr sämtliche Termine zum “Independent Film Festival 2012”. Sieh hier!

Unsere Fragen gingen an Dr. Oliver Langewitz, dem geschäftsführenden Vorstand des Filmboard Karlsruhe e. V. und diesjährigen Festivalleiter.



Bericht + Interview führte Sofie Neu
Fotos von Stephanie Schlittenhardt

Independent Film Festival 2012

Wann wurde das „Independent Days Film Festival“ gegründet?

Die ersten Independent Days fanden 1999 im Festsaal im Studentenhaus auf dem Uni-Campus statt, damals noch als studentische Veranstaltung. Doch schon längst sind wir diesem Studentendasein entwachsen, weshalb wir nun seit mehreren Jahren in der Schauburg eine ideale Abspielstätte gefunden haben.

Wie lautet das Konzept ihres Festivals?

Wir möchten eine Plattform für Filme jenseits des Mainstream-Kinos bieten, die ohne oder nur einer geringen Unterstützung von Fernsehsendern oder großen Produktionsfirmen entstanden sind. Weltweit werden dank immer zugänglicheren Film- und Videotechnologien immer mehr unabhängige Filmwerke produziert, die es ohne die etablierten Vertriebswege nur schwer haben, ein Publikum zu erreichen. Die zahlreichen Filmperlen, die wir die vergangenen Ausgaben der Independent Days gezeigt haben, vermitteln eindringlich, dass diese Filme mehr Aufmerksamkeit verdient haben und auch in der diesjährigen Ausgabe werden wir dies unter Beweis stellen.

Aus welchen Ländern kommen die Beiträge und welche Film-Genres sind vertreten?

Wir erhalten mittlerweile Filmeinreichungen aus aller Welt, wobei sich das Gros dann doch auf das europäische Ausland erstreckt. Wir zeigen Filme aus den USA, Kanada, Indien, Kanada, Pakistan, aus dem Iran, Ägypten, Frankreich, GB, Spanien, Estland, Österreich und natürlich zahlreiche Produktionen aus Deutschland. Dabei finden sich die unterschiedlichsten Genres im Programm, von Komödien über Dramen, Science-Fiction, Fantasy, bis hin zu Horror, Musikclips oder Dokumentarfilmen. Es ist nahezu alles vertreten, was die unabhängige Filmszene zu bieten hat.

Was sind die Voraussetzungen für die Teilnehmer, um auf ihrem Festival einen Film zu zeigen?

Wir machen hinsichtlich der Qualifikation der Filmemacher keine Einschränkungen, d. h. die eingereichten Filme müssen die Jury überzeugen, nicht die Vita eines Regisseurs. Die Einschränkung erfolgt dann eher über die Größe der Produktionsfirma oder des Verleihs, einen Steven Spielberg oder Tom Tykwer werden sie bei uns nicht finden, wobei beide vielleicht in ihren Anfängen als Jung-Regisseure bei uns eine Chance gehabt hätten, bei uns gezeigt zu werden. Wir verstehen uns eben auch als Plattform für den filmischen Nachwuchs und es gibt durchaus einige Filmemacher, die bereits auf früheren Independent Days-Ausgaben liefen, noch bevor sie bekannt geworden sind.

Wie erfolgt die Auswahl der Beiträge? Wer entscheidet, welche Filme gezeigt werden?

Wir haben einen Pool verschiedener Jurymitglieder, die sich ab dem Eintreffen der ersten Einreichungen regelmäßig im Filmhaus auf dem Alten Schlachthof in einer Gruppe von 4-5 Personen treffen, die Filme sichten und diese im Anschluss nach festgelegten Kriterien wie Inhalt, Bildgestaltung, Außergewöhnliche Eigenleistung oder Gesamteindruck bewerten. Bei der Programmgestaltung achten wir aber auch darauf, dass die einzelnen Filme eines einzelnen Blocks thematisch zusammen passen, denn neben einer Themenvielfalt insgesamt ist uns auch die Homogenität eines Filmblocks sehr wichtig!

Independent Film Festival 2012

Werden auch Preise vergeben, wie es auf anderen Film Festivals üblich ist?

Es sind zwei Preise ausgelobt: Beim No-Budget-Wettbewerb streiten die Filmemacher um „Die Goldene ID 2012“, die vonseiten der Stadt Karlsruhe mit 500 Euro veredelt wird. Beim großen Bruder, dem Low-Budget-Wettbewerb, wird der Filmpreis der Kulturstiftung der Sparkasse Karlsruhe verliehen, der mit 1.000 Euro dotiert ist.

Gibt es auch Filmbeiträge aus Karlsruhe?

Ja, sogar eine ganze Reihe. Zum Beispiel findet die Premiere des 2. Karlsruher Film- und Vision-Schul-Contests statt, der das Thema Liebe behandelt. Auch feiert ein Kurzfilm zum Thema Kinder- und Jugendarmut Premiere. Und natürlich gibt es auch den einen oder anderen Film, der im Netzwerk des Filmboard Karlsruhe entstanden ist. Diese Produktionen laufen zum einen im Eröffnungsblock am Mittwoch, 16. Mai, und zum anderen im Kurzfilmblock „Indy Cinema Deluxe“ am Samstag, 19. Mai.

Welche Regisseure aus Karlsruhe sollte man kennen?

Hier muss man sicherlich zwischen Regisseuren unterscheiden, deren Wurzeln in Karlsruhe sind, aber längst nicht mehr hier leben und solchen, die auch hier arbeiten. Bekannte Größen sind hier zum Beispiel Maren Ade, die mit ihrem Film „Alle Anderen“ einen Goldenen Bären eingeheimst hat. Oder Nic Nagel, die sehr gute Dokumentarfilme dreht und auch mit ihrem neuesten Film „Win or Die“ auf den diesjährigen Independent Days vertreten sein wird. Oder Oliver Ziegenbalg, der an der Universität Karlsruhe studiert hat und nun mit seinem Film „Russendisko“ derzeit in den Kinos zu sehen ist. Hier in Karlsruhe leben und arbeiten heute einige spannende Nachwuchsregisseure wie zum Beispiel Sven Eric Maier, Serdar Dogan oder Simon Denda, von denen man sicherlich auch im großen Kino noch hören wird.

Gibt es eine große Filmszene in Karlsruhe?

Mit Blick auf Großstädte wie Berlin, München oder Köln ist die Karlsruher Filmszene sicherlich deutlich kleiner. Dafür ist die Karlsruher Szene sehr gut vernetzt und die wirtschaftliche Situation, auch gerade durch die starke Förderung der Kreativwirtschaft vonseiten der Stadt Karlsruhe, im Verhältnis sehr gut. Viele der ortsansässigen Filmemacher können von ihrer Arbeit leben und es entstehen zahlreiche gemeinschaftliche Filmprojekte, was für eine Stadtgröße, wie wir sie in Karlsruhe vorfinden, sicherlich sehr selten ist und hier bei einem Vergleich mit anderen Städten dieser Größe hervorragende Arbeitsbedingungen herrschen.

Wo genau findet das Festival statt?

Spielstätte ist das Filmtheater Schauburg in der Marienstraße 16 in der Karlsruher Südstadt.

Gibt es ein Rahmenprogramm zum Festival über das man als Karlsruher Filmfreund informiert sein sollte?

Wer mit den Filmemachern und dem Festivalteam feiern möchte, ist herzlich am Samstag, 19. Mai 2012, in den Club „Die Stadtmitte“ eingeladen. Dort steigt dann unsere offizielle Filmparty mit DJ Justin Nova und den Karlsruher Spatzen. Und das Schönste ist: wer einen Programmblock des Festivals in der Schauburg besucht hat, hat zu dieser Party kostenlosen Eintritt.

Gibt es ein Motto unter dem das Festival in diesem Jahr steht?

Unser Motto in jedem Jahr ist eigentlich immer: „Wir können alles. Außer Hollywood.“ Aber unser Konzept ist es, die ganze Bandbreite des unabhängigen Filmemachens zu zeigen und da würde uns ein konkretes Motto nur einschränken.

Was ist Ihr persönliches Highlight unter den diesjährigen Beiträgen?

Am Sonntag, 20. Mai, läuft im Block „Von Taktstöcken und Bauhäuslebewohnern“ um 14:30 Uhr der Dokumentarfilm „Der Taktstock“ von Michael Wende. Mir gefällt der Film deshalb so gut, weil er auf humorvolle Weise ein auf den ersten Blick doch recht trockenes Thema so stark aufpeppt, dass auch Nicht-Musik-Fans über die gesamte Laufzeit von 65 Minuten bestens unterhalten werden. Auch der Film „Pumping Ercan“ am Samstag um 15 Uhr ist sehr sehenswert.

Was erhoffen Sie sich vom Independent Days Film Festival 2012?

Ich freue mich auf fünf abwechslungsreiche Festivaltage, in denen das Publikum mit dem Filmnachwuchs in Dialog treten kann und hoffentlich gerade auch die freien Filmblöcke, in denen zahlreiche originelle und außergewöhnliche Filmwerke zu sehen sein werden, bei den Zuschauern ankommt und diese gut besucht sein werden!

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg dabei und bedanken uns für das Interview!

Independent Film Festival 2012

www.independentdays.de
www.filmboard-karlsruhe.de

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